Die Situation der Personaler

Die Situation der Personaler

Das Personal ist für Werbeagenturen das wichtigste Thema überhaupt. Um die eigene Bewerbung strategisch zu optimieren und die Chancen auf einen Mediengestalter-Ausbildungsplatz zu erhöhen, lohnt sich ein Blick auf das Vorgehen von Agenturen bei der Bewerbervorauswahl.

Werbeagenturen können bei der Personalplanung aus dem Vollen schöpfen. Der Markt ist regelrecht überschwemmt von Menschen, die gerne Medien gestalten möchten. So ist die Aufgabe bei Personalausschreibungen weniger die Suche als vielmehr die Vorauswahl der besten Kandidaten aus dem Pool an Bewerbern. Für die Bewerberinnen und Bewerber bedeutet dies, dass es wichtig ist, die eigenen Fähigkeiten optimal in Szene zu setzen, um sich aus der Masse abzuheben und den Personaler dazu zu motivieren, einen genaueren Blick auf die Bewerbung zu werfen. Doch wie lässt sich das bewerkstelligen?

Bei der Vorauswahl werden weit über die Hälfte aller Bewerbungen ausgesiebt
Eine Möglichkeit ist, sich zu fragen, wie so eine Vorwahl konkret abläuft. Sicher wird das bei jeder Agentur unterschiedlich sein. Manch ein Personalleiter wird sich rein auf sein Bauchgefühl verlassen. Andere werden systematisch versuchen, eine Eingrenzung vorzunehmen. Werfen wir einmal einen beispielhaften Blick auf so ein systematisches Vorgehen. Zunächst werden alle Bewerbungen ausgesiebt, die nicht ansprechend sind oder irgendwelche „No Gos“ enthalten, zum Beispiel mehr als drei Schreibfehler allein im Anschreiben. Es ist leider nicht möglich, hier härter zuzupacken, da sonst kaum Bewerbungen übrig blieben. Was wie ein Witz klingt, ist leider Realität. Bei uns fielen in den letzten Jahren bei dieser Vorauswahl jeweils mindestens 60 (in einem Jahr sogar über 150) Bewerbungen durchs Raster.

Systematische Feinauswahl hilft beim Identifizieren der Vorstellungsgespräch-Kandidaten
Die verbliebenen Bewerbungen – wir beschränken uns immer auf etwa zehn – werden nach definierten Kriterien bewertet. Solche Kriterien können sein: Eindruck des Anschreibens textlich (Formulierungen, Rechtschreibung), Eindruck des Anschreibens gestalterisch, erkennbares Vorwissen über die Branche, erkennbares konkretes Vorwissen über die Agentur, Eindruck der Kreativität der Bewerbung, Grad der erkennbaren Sorgfalt, Grad der spürbaren Motivation, branchennahe Praktika, ehrenamtliches Engagement, Hinweise auf so etwas wie eine „Macher-Mentalität“, fachliche Vorkenntnisse gestalterisch, fachliche Vorkenntnisse technisch (zum Beispiel Kenntnisse in Bildbearbeitungs- oder Layout-Programmen oder auch Hardware-Kenntnisse wie die Bedienung von Spiegelreflexkameras), Aktivität in sozialen Netzwerken, Anzahl der Arbeitsproben, Qualität der Arbeitsproben, Vielfältigkeit der Arbeitsproben, Aufbereitung der Arbeitsproben und so weiter. Diese Kriterien sind nötig, um aus der Vielzahl der Kandidatinnen und Kandidaten wirklich diejenigen herauszufiltern, bei denen ein Vorstellungsgespräch erfolgversprechend ist.

Mit dem Wissen über diesen zweistufigen Auswahlprozess im Gepäck sollte es im Groben bereits möglich sein, die eigene Bewerbung besser zu planen, kritisch zu hinterfragen und an wichtigen Stellen zu optimieren. Weiter ins Detail gehende Tipps gebe ich in den folgenden Postings.

Ihr Jan Mittelstaedt

Dieser Text ist Teil der Serie „Traumberuf Mediengestalter“. Unter diesem Label bloggt Jan Mittelstaedt über einen der beliebtesten Ausbildungsberufe und wie es Bewerberinnen und Bewerber bis ins Bewerbungsgespräch schaffen können. Hier geht es zur Übersicht der bereits erschienen Beiträge.