3 Fragen an Mario Garcia

3 Fragen an Mario Garcia

In unserem ersten Kurzinterview „3 Fragen an …“ antwortet uns einer der bedeutendsten Zeitungs- und Zeitschriftendesigner aller Zeiten, Dr. Mario R. Garcia, Gründer und CEO von Garcia Media. Es geht dabei weniger um den Status Quo als vielmehr um die Zukunft und die Herausforderungen auch für lokale Zeitungen.

Was wir schon vor drei Jahren geplant hatten, wird nun endlich in die Tat umgesetzt. Wir führen eine neue Kategorie in unserem Blog ein: „3 Fragen an …“. Dabei handelt es sich um spannende Kurzinterviews, die wir mit interessanten Menschen führen, die wir kennen. Das können Kunden sein, Lieferanten, Freunde, usw.

Diese Menschen zeichnen sich allesamt dadurch aus, dass sie Interessantes zu bestimmten Themen zu sagen haben. In der Regel wird es sich dabei natürlich um Themen aus unserem Arbeitsgebiet handeln. Aber auch die eine oder andere Überraschung wird dabei sein. Es lohnt sich jetzt also noch mehr, hier ab und zu vorbei zu surfen.

Beginnen wollen wir heute mit einem Gesprächspartner, der vielen, die sich mit dem Thema Grafikdesign ernsthaft beschäftigen, bekannt sein dürfte: der amerikanische Zeitungs- und Zeitschriftendesigner Mario Garcia.

Ein paar Infos zu Mario Garcia: In den letzten dreißig Jahren arbeitete er mit über 450 Medien zusammen. Garcia redesignte unter anderem das Wallstreet Journal, den Miami Herald, das Handelsblatt, Die Zeit und Paris Match. 1977 wurde er zum Leiter der Newhouse School of Public Communications an der Syracuse University im US-Bundesstaat New York. Damit ist er Nachfolger von Edmund Arnold, „Vater“ des modernen amerikanischen Zeitungsdesign. Garcia war der erste Empfänger des Lifetime Achievement Award der Society for News Design und wurde 2006 als einer der 100 einflussreichsten Hispanics gewählt. (Quelle: Wikipedia).
Wir hatten im Jahr 2009 die Freude, Mario Garcia beim Redesign-Prozess des Südkurier kennenzulernen, den wir damals im Zuge einer Filmdokumentation des Neubaus der Druckerei Konstanz am Rande mit unseren Kameras einfingen. Auf unsere Interviewanfrage reagierte er prompt und mit sehr interessanten Antworten. Also, los geht’s (aus dem Englischen übersetzt):

Jan Mittelstaedt: Mario, welches sind Ihre drei Lieblingszeitungen?

Mario Garcia: The New York Times, El Pais (Madrid), The Miami Herald (USA). In der Times gefällt mir besonders die Kunst -Sektion; in El Pais sind es die Bereiche Kultur und Meinung; beim The Miami Herald sind es Metro und Lifestyle.

Jan Mittelstaedt: Glauben Sie, dass Paid Content, also Bezahl-Inhalt im Internet, für lokale Zeitungen in naher Zukunft eine ernstzunehmende Option sein wird?

Mario Garcia: Absolut, Paid Content IST die Zukunft. Sobald sich die Situation stabilisiert haben wird und die Medienhäuser realisieren, dass Informationen über vier Plattformen gesendet und empfangen werden (das Media Quartett: Smartphone, Online, Print und Tablett-PCs), wird die Paid Content Formel beginnen, Früchte abzuwerfen.

Jan Mittelstaedt: Ihr letztes Redesign des Südkurier war ein Erfolg. Welches sind die größten Design-Herausforderungen für lokale und regionale Zeitungen wie den Südkurier in den nächsten Jahren?

Mario Garcia: Die größte Design-Herausforderung ist: Mehr mit weniger zu tun. Weniger Leute, weniger Platz im Blatt, weniger Seiten und ein anspruchsvolleres Publikum. Außerdem die Anpassung an die Bedürfnisse einer Mulit-Plattform-Media-Welt. Und das Umlernen von Journalisten und Designern.

Jan Mittelstaedt: Vielen Dank für das Interview, Mario.

Interessante Links zu Mario Garcia:
http://www.zeit.de/1998/06/garcia.txt.19980129.xml/komplettansicht
http://garciamedia.com/
http://garciamedia.com/blog/